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Krankenhauskunst – bitte lenkt mich ab

Ich hatte zuletzt zweimal das zweifelhafte Vergnügen jeweils eine Woche im Krankenhaus zu verbringen. Einmal in Mannheim, einmal in München. Dem letzten bin ich gerade erst entkommen. Ständiges Hauptgefühl bei beiden Aufenthalten: ich will hier so schnell es geht wieder raus! Dazu ist man zu belämmert um ein gutes Buch zu lesen und zu schlapp die Zeichenmappe rauszuholen. Entsprechend war mein bester Freund in dieser Zeit der Fernseher. Der lenkt super ab wenn das Hirn noch nicht wieder ganz funktioniert.

Wenn sich am dritten Tag die Nebel der Narkose endgültig gelichtet haben, mache ich mich üblicherweise auf, meine Umgebung etwas zu erkunden. Nun ist ein Krankenhaus einfach ein eher trostloser Ort, insbesondere wenn es regnet. Da finde ich die Idee ja wirklich klasse die sterilen Gänge mit ein wenig Kunst aufzupolieren. Muss ja nichts großartiges oder gar teures sein. Ne Menge Künstler würden liebend gerne kostenlos ihre Bilder dort präsentieren. Was wird dort aber mit Vorliebe an die Wand gehängt: genau, das Krankenhaus. Als Foto, als Kohlezeichnung, als Plakat von 1972, als Acrylgemälde. Schon klar: der Verwaltungsrat eines Krankenhauses ist stolz auf sein Haus und fühlt sich sehr geschmeichelt, wenn ein Künstler sich dem Krankenhaus widmet. Ich als Patient finde ich das einfach nur deprimierend.

Oh, in einer Abteilung ist das übrigens meistens völlig anders. Genau, in der Kinderabteilung. Die machens richtig. So schön farbenfroh. Das was man eben braucht. Wäre schön wenn diese Freude auch in den anderen Abteilungen einziehen würde.

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